Dominikanisches Institut für christlich-islamische Geschichte DICIG
 
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 Pater Richard Nennstiel OP, Islambeauftragter des Erzbistum Hamburg, nimmt Stellung:
 -> Neue Kirchenzeitung | PDF 237 kb

 
Samstag, 22. September 2012, 18 Uhr | Sankt Sophien | P. Richard Nennstiel OP 
Sankt Sophien, Weidestraße 53, 22083 Hamburg-Barmbek-Süd

Die Dominikaner in Istanbul während des 1. Weltkriegs

Reihe Bausteine zum christlich-islamischen Dialog | P. Richard Nennstiel OP
In Kooperation mit der Katholischen Akademie Hamburg

Der 1. Weltkrieg war eine große Katastrophe, die zum Zusammenbruch des Osmanischen Reichs führte. In diesem Krieg brachen religiöse und nationale Spannungen auf, die das Gesicht Europas grundsätzlich verändern sollten.

Die Spannungen waren auch im Stadtteil Galata in Istanbul gegenwärtig, in dem die Dominikaner mit der Seelsorge beauftragt waren. Einige der Brüder hinterließen Aufzeichnungen über diese Zeit, die einen interessanten Einblick in den Alltag während des Kriegs zulassen. Die großen Ereignisse spiegeln sich im täglichen Leben wieder. Die nationalen Differenzen reichten bis in den Klerus und die Ordensgemeinschaften hinein.

Die Dominikaner erlebten alle Umbrüche und bewahrten zugleich eine Kontinuität bis heute.

 

Eintritt frei


 
   

Zum Institut

Das 2008 gegründete Dominikanische Institut  beschäftigt sich mit der Geschichte des christlich-islamischen Dialoges. Schon im Entstehungsprozess des Islams kommt es zu einer Auseinandersetzung mit dem Christentum und seiner Vorstellungswelt.

Schon sehr früh beginnt auch im Dominikanerorden die Auseinandersetzung mit dem Islam.

Raimund von PeñyafortRaimund von Peñyafort gründete die ersten Sprachschulen in Spanien (um 1240), in denen die Mitbrüder Arabisch lernen sollten, um zu missionieren.

Die Dominikaner gründeten Konvente in Byzanz (später umbenannt in Istanbul), Kairo, Teheran, Bagdad und vielen anderen Städten.

Die Geschichte zeigt, dass es immer wieder Zeiten der Konfrontation, aber auch der Verständigung gab. Dabei muss berücksichtigt werden, dass immer wieder machtpolitische Interessen auf beiden Seiten den Prozess des Dialoges förderten, aber auch einschränkten.

Theologie und Religion können nicht von ihrer geschichtlichen und gesellschaftlichen Verflochtenheit gelöst werden. Es gibt keine Theologie an sich. Man kann kein überzeitliches Extrakt herausfiltern, sondern jede Zeit hat ihre eigenen hermeneutischen Schlüssel, um Texte und Ideen zu verstehen. Die Spannung zwischen normativem Text und notwendiger Interpretation bleibt unauflöslich.

Das Dominikanische Institut für christlich-islamische Geschichte (DICIG)  versucht diesen Prozess der Auseinandersetzung und Verständigung nachzuzeichnen.



Kooperationspartner

IDEO Katholische Akademie Hamburg CIBEDO